Für die Spannung des Tages sorgt das heutige FOMC Sitzungsprotokoll, von dem sich viele Marktteilnehmer die Trendvorgabe versprechen. Die kürzlich erschienenen Daten aus den USA waren nicht schlüssig, was die Wirtschaftslage anbetrifft. Auch wenn der Arbeitsmarkt aktuell keine Sorgen bereitet, ist die Frage der Inflation immer noch nicht gelöst. Makaber kommt einem schon die Erwartung, wann die Inflation die Preise wieder in die Höhe treibt. Sollte das FOMC Protokoll die Zuversicht der baldigen Inflationsentwicklung stärken, wäre es ein Kaufsignal für den USD. Sollte die Stimmung jedoch weich bleiben, wäre es ein positives Signal für den Euro.

Nun aber zu unserer Technischen Analyse:

Rückblick

Der EUR bewegte sich zu Beginn unseres Betrachtungszeitraums, am Mittwoch der letzten Handelswoche, im Bereich der 1,1350/1,1370. Er notierte damit erneut unter dem Niveau fünf Handelstage zuvor. Der EUR setzte am Mittwochmittag in einer dynamischen Impulsbewegung zunächst unter die 1,1300 zurück, konnte sich aber wieder rasch fangen und machte sich im Nachgang dessen dann auf den Weg an die 1,1400. Diese Marke wurde bereits am Donnerstag erreicht und auch überschritten. Der EUR schaffte es, sich über der 1,1400 festzusetzen und setzte seine Aufwärtsbewegung bis Donnerstagabend weiter fort. Am Freitag kam es dann zu einem kleinen Rücksetzer. Der EUR fiel unter die 1,1400, konnte sich aber bis zum Wochenschluss wieder über die 1,1400 schieben. Zu Wochenbeginn gab der EUR deutlicher nach. Er lief am Montag bis in den Bereich der 1,1350 und setzte am Dienstag noch ein Stückchen weiter zurück.

Die Range in den vergangenen Handelstagen lag deutlich unter der der Vorperiode, was auch zu erwarten war. Der EUR schaffte es aber sich auf den höchsten Level der vergangenen 12 Monate zu schieben, was ein starkes Zeichen ist. Ebenso blieb er knapp unter der 1,1300 und deutlich über dem Tief des vorletzten Betrachtungszeitraums.

Wir hatten in unserem Setup auf der Oberseite erwartet, dass der EUR mit dem Überschreiten 1,1429 dann die Anlaufbereiche bei 1,1438/41 erreichen könnte. Diese Bewegung hat sich eingestellt, das Anlaufziel wurde perfekt getroffen, das Setup hat auf der Oberseite perfekt gepasst. Die Rücksetzer gingen mit dem Unterschreiten der 1,1303/00 nicht ganz an unseren nächsten Anlaufbereich bei 1,1290/88. Hier hat 1 Pip gefehlt.

Anlaufbereiche wurden damit nicht erreicht. Das Setup hat damit nicht gepasst.

  • Wochenhoch*: 1,1441 Vorwoche 1,1348
  • Wochentief*: 1,1291 Vorwoche 1,1127
  • Wochen-Range*: 150 Pips Vorwoche 221 Pips

*Betrachtungszeitraum 21.06.2017 bis 27.06.2017

Wie könnte es weitergehen?

  • EUR/USD-WS: 1,1381….1,1426/40….1,1449/94…..1,1543
  • EUR/USD US: 1,1380….1,1294/42/05….1,1136/07….1,1004….1,0964/49/04

Weitere Widerstände/Unterstützungen können dem Chart entnommen werden

  • Box-Bereich: 1,1730 bis 1,0223
  • Tagesschlusskurs-Marken: 1,1154 und 1,1204
  • Intraday-Marken: 1,1449 und 1,1294
  • Range: 1,2355 bis 0,9631

EUR/USD-Chart

Der EUR hat sich in den vergangenen fünf Handelstagen deutlich über der 1,1300 stabilisieren können. Zu Wochenbeginn setzte sich etwas Schwäche durch, die aber bisher unkritisch ist. Solange der EUR kurzfristig über der 1,1330/10 bleibt, hat er weiterhin das Potential erneut die 1,1400/50 anzulaufen. Übergeordnet hat er nach wie vor die Möglichkeit, das Hoch von August 2015 bei 1,1713 zu erreichen. Sollte es unter die 1,1310 gehen, wären die ersten Anlaufmarken bei 1,1290 und dann bei 1,1250/40 zu suchen. Insbesondere bei 1,1240 würden sich gute Chancen auf Stabilisierung und Erholung ergeben. Kommt es zu einem Tagesschluss unter der 1,1240 würde dies das Chartbild im kurzfristigen Zeitfenster eintrüben.

Nachdem EZB Chef Draghi die Märkte in der letzten Woche in Aufruhr gesetzt hatte, versuchten die mit den Vorgängen Beteiligten die Rolle rückwärts. Zwar hat sich der EUR im Nachgang dessen am Mittwoch und am Donnerstag der letzten Woche deutlicher erholen können, dennoch unterstreichen die Kursbewegungen, wie sensibel die Märkte auf derartige Äußerungen reagieren. Der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik wird damit zur kommunikativen Herausforderung. Wir gehen aber nicht davon aus, dass sich dies in den kommenden 12 Monaten einstellen wird. Zunächst wird Ende des Jahres das Kaufprogramm zurückgefahren. An Zinserhöhungen wird sich die EZB dann wahrscheinlich erst Ende 2018 wagen. Die Frage die sich stellt ist aber, was die Notenbanken, insbesondere die EZB, machen werden, wenn es bis dahin zu einem neuen Finanzcrash kommen wird. Im Augenblick werden die latenten Risiken an den Märkten in Europa und in den USA ausgeblendet. Insbesondere die EZB wäre in diesem Falle blank. Am Freitag werden die US Arbeitsmarktdaten veröffentlicht. Die Arbeitslosenquote ist bereits deutlich unter 5 % gefallen. Jeder weitere Rückgang würde den Druck auf die Fed erhöhen, was die Zinserhöhungen betrifft. In diesem Jahr wird noch mit einem kleineren Zinsschritt gerechnet. Übergeordnet sind die Rahmenbedingungen für den EUR damit gegeben, weiter zu steigen. Nicht auszuschließen ist, dass er bis Ende des Jahres wieder im Bereich der 1,20 notieren könnte.

Zum Markt in den kommenden fünf Handelstagen:

Der EUR könnte zunächst versuchen, sich über der 1,1350 zu stabilisieren und dort zu etablieren. Gelingt dies, so hätte der EUR dann das Potential, die 1,1365/67 und dann die 1,1375/77 zu erreichen. Schafft es der EUR, sich über die 1,1377 zu schieben, wäre der Weg an die 1,1382/84 und an die 1,1392/94 frei. Insbesondere im Bereich der 1,1380/90 können sich Rücksetzer einstellen und der EUR könnte zunächst nicht weiterkommen. Gelingt es dem EUR, sich über die 1,1390 zu schieben, so wären die 1,1404/06, die 1,1414/16 und die 1,1424/26 die nächsten Anlaufbereiche. Über der 1,1429 könnte er dann die Anlaufbereiche bei 1,1438/41, 1,1457/59 und 1,1478/80 erreichen. Mit dem Überwinden der 1,1478/80 hätte der EUR dann das Potential bis 1,1493/95, 1,1503/05 und dann weiter bis 1,1525/28 zu laufen.

Kann sich der EUR nicht über der 1,1350 stabilisieren, so wäre mit Rücksetzern zu rechnen die bis 1,1338/35 und dann bis 1,1330/27 gehen könnten. Bereits hier bestehen vergleichsweise gute Chancen der Stabilisierung und der Erholung. Rutscht der EUR unter die 1,1330/27 wären die nächsten Anlaufmarken bei 1,1316/13 und bei 1,1303/00 zu suchen. Auch hier bestehen gute Chancen auf Erholung. Stellen sich diese nicht ein, wäre mit weiteren Abgaben zu rechnen, die bis 1,1290/88 und dann weiter bis 1,1278/75, 1,1260/57 und dann bis 1,1248/45 gehen könnten. Setzt der EUR bis in diesen Bereich zurück, so besteht hier erneut das Potential, dass sich Erholungen einstellen. Gelingen diese aber nicht, so könnten sich weitere Rücksetzer einstellen, die bis 1,1240/38, bis 1,1214/12 und dann bis 1,1205/03 gehen könnten. Unter der 1,1203 wären die 1,1195/93, die 1,1180/78 und die 1,1162/60 weitere relevante Anlaufmarken.

Übergeordnete erwartete Tendenz im Betrachtungszeitraum: seitwärts/aufwärts

Die wichtigsten Veröffentlichungen der nächsten 7 Tage:

  • 06.07.2017 – USA: Veränderung der ADP non-farm Arbeitsplätze (Jun)
  • 06.07.2017 – USA: ISM-Dienstleistungsindex (Jun)
  • 06.07.2017 – USA: Erdöllagerbestand (Jun)
  • 07.07.2017 – USA: Non-farm Gehaltsabrechnungen (Jun)
  • 07.07.2017 – USA: Arbeitslosenquote (Jun)
  • 11.07.2017 – USA: JOLTS Report (Mai)

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RISIKOHINWEIS: Dieser Artikel liefert eine Einschätzung zum Basiswert DAX-Index, unabhängig davon, mit welchem Instrument ggf. getradet wird. Admiral Markets UK ist Forex- & CFD-Broker, sollten Sie den Basiswert als CFD traden, beachten Sie bitte: Forex & CFDs sind Hebelprodukte und nicht für jeden geeignet! Der Hebel multipliziert Ihre Gewinne, aber auch die Verluste. Verluste können Einlagen übersteigen! Lesen Sie den kompletten Warnhinweis über folgenden Link, Disclaimer: http://www.admiralmarkets.de/risikohinweis

Quellen: Eigenanalyse; genutzt werden die Charts vom MetaTrader 4

Über den Autor:

Im Namen von Admiral Markets UK wünsche ich Ihnen erfolgreiche Trades!

Jens Chranowski

Ihr Jens Chrzanowski
Geschäftsführer Admiral Markets Kundenservice Deutschland


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